WEITERLESEN

  • Start
    26/10/2014
  • Ende
    06/09/2014
  • Kategorien
  • Projektplan
    20 Tonnen Winterkleidung und Decken aus der Schweiz in den Nordirak für intern deplatzierte Familien.
ZUR GALLERIE
Flüchtlingshilfe Nordirak Okt/Nov 2014

Tag 1 in Erbil, Nordirak

Wir sind heute früh in Erbil gelandet und haben sofort unsere humanitäre Arbeit in Angriff genommen. Da der erste Teil der gesammelten Kleidung heute Nacht in Erbil ankommt, waren wir bis mittags damit beschäftigt alle Formalitäten und die Einfuhr der Güter zu regeln, damit wir morgen früh alles reibungslos entgegennehmen können. Am Nachmittag führten wir bereits unsere erste Verteilung durch von Lebensmitteln und Medikamente, die wir vor Ort eingekauft hatten, für 230 Flüchtlingsfamilien in Ankawa, Erbil.

 

Tag 2

 

Wir freuen uns euch mitzuteilen, dass der erste Teil der gesammelten Winterkleidung und Decken heute früh erfolgreich angekommen ist. Der Einfuhrprozess dauerte 7 Stunden, anschliessend wurden die Güter in zwei LKW’s verladen. Gemeinsam mit den Gütern machten wir uns auf den Weg in den Norden nach Dohuk. Der Rest der Winterkleidung folgt am Donnerstag. Morgen beginnen wir hier in Dohuk mit den Verteilungen, 5 Tonnen Kleidung, Decken, Lebensmittel und Hygieneartikel stehen auf dem Plan.

 

Tag 3 im Raum Dohuk und Zakho, Nordirak

Heute verteilten wie an 10 verschiedenen Flüchtlingsstationen die gesammelten Winterkleider und Decken. Wir begannen in Simele, Dohuk und arbeiteten uns vor bis nach Zakho zur irakisch-türkischen Grenze. Entlang der Strasse von Dohuk nach Zakho sahen wir zahlreiche Flüchtlinge in einfachen Zelten und Rohbauten, wir unterstützten alle soviel wir konnten. Die Lage dieser Menschen ist katastrophal, sie waschen sich in verschmutzten Pfützen, schlafen auf steinigen Boden, haben keine saubere Ersatzkleidung und die mangelnde Hygiene führt zu Infektionen, es fehlt an allem! Der Kampf dieser Menschen ist unvorstellbar, umso mehr freuen sie sich über die Winterkleidung und sind sehr dankbar.

 

Tag 4 im Raum Sarsink und Amedya

Heute setzten wir unsere Verteilungen fort. Mit der Hilfe unserer lokalen Partnern machten wir uns von Dohuk aus auf den Weg Richtung Nordosten. In der Gegend von Sarsink und Amedya führten wir 12 Verteilungen von Winterkleidern und Decken durch. In dieser kalten Bergregion befinden sich zahlreiche christliche sowie jesidische Flüchtlinge, die oft vergessen und von internationaler Hilfe ausgelassen werden. Es war wieder ein sehr erfolgreicher Tag, vielen Dank allen Mitwirkenden!

 

Tag 5

Vor der Rückfahrt nach Erbil, fuhren wir heute Morgen nochmal zu einem der Flüchtlingsstationen 1h nordwestlich von Dohuk. Als wir vorgestern dort waren, zeigte man uns ein querschnittgelähmtes 17 jähriges Mädchen. Seit einem halben Jahr sitzt sie regungslos auf dem steinigen Boden. Wir versprachen ihr ein Rollstuhl zu bringen, damit sie sich wenigstens etwas fortbewegen kann. Eine kleine Geste, die unendliche Freude auslöste. Zusätzlich versorgten wir das Lager mit Lebensmittel und Hygieneartikel. Dank den Menschen die ARAMAIC RELIEF unterstützen sind wir erst in der Lage diesen Menschen zu helfen und so ihr grosses Leid etwas zu lindern. Danke euch allen!

 

Tag 6

Heute früh empfingen wir den 2. Teil der gesammelten Winterkleidung im internationalen Flughafen von Erbil. Nachdem Einfuhrprozess lieferten wir die zwei gefüllten LKW’s zur Marienkirche in Ankawa, Erbil. Dort wurden die Güter von der syrisch-orthodoxen Gemeinde mit Freude empfangen und sortiert. Morgen beginnen wir hier mit den Verteilungen an die notdürftigen Flüchtlingsfamilien in Ankawa, Erbil.

 

Tag 7

Heute früh wurde in der syrisch-orthodoxen Marienkirche in Ankawa, Erbil das Verteilzentrum für Winterkleidung eröffnet. Die Flüchtlingsfamilien wurden darüber informiert und kamen vorbei, um die passende Winterkleidung für ihre Familien auszusuchen und mitzunehmen. Diese Verteilung wird sich in den nächsten Tagen fortsetzen bis man soviele Menschen wie möglich mit warmer Kleidung versorgen kann, dabei spielt die Religions- oder Konfessionszugehörigkeit keine Rolle. In dieser schlimmen Zeit helfen sich hier alle gegenseitig so viel sie können. Gleichzeitig unterstützten wir weitere Flüchtlinge, welche in einem Rohbau ausharren, mit dringend benötigten Hygieneartikel. Morgen folgen auch für dieses Camp Winterkleider und Decken.

 

Tag 8 und 9

Gestern beluden wir den dritten und letzten Teil der gesammelten Winterkleidung in 3 LKW’s. Mit einem belieferten wir drei weitere Flüchtlingscamps in Ankawa, Erbil. Mit den anderen beiden machten wir uns gestern Abend wieder auf den Weg nach Dohuk, um weitere abgelegene Flüchtlingsstationen mit Winterkleidung zu beliefern.
Heute früh fuhren wir Richtung Diraluk, eine kalte Bergregion im Nordosten Iraks. Dort befinden sich hunderte christliche und jesidische Flüchtlinge, verteilt in mehreren Ortschaften, die meist vergessen und von internationaler Hilfe ausgelassen werden. Es ist die kälteste Region Iraks, im Winter fällt hier bis zu 1m Schnee. Nebst warmer Kleidung und Decken, verteilten wir auch dringend benötigte Hygienesets. Die Menschen leben in unvorstellbaren Zuständen, gerade Kinder leiden extrem an Kälte und schlechter Hygiene. Morgen setzen wir unsere Arbeit mit aller Kraft fort.

 

Tag 10, Final Day

Heute war unser letzter Tag im Nordirak. Wir verteilten unsere letzten Winterkleider, Decken und Hygienesets. Damit versorgten wir heute 6 christliche und jesidische Flüchtlingsstationen in und um Dohuk. Die extreme Verzweiflung der Flüchtlinge war sehr oft so dermassen spürbar, dass unsere LKW’s mehrmals fast geplündert wurden. In einem Dorf hatten wir unsere Güter in einer geschlossenen Zone, umgeben eines Gitterzauns, ausladen müssen. Das Elend dieser Menschen ist kaum in Worte zu fassen. Viele Flüchtlinge berichteten uns, dass kaum jemand vorbei kommt um zu helfen, wir waren oftmals die einzigen, die Winterkleider verteilten.

In den letzten 10 Tagen erreichten wir Tausende notdürftige Flüchtlinge mit den in der Schweiz gesammelten 20 Tonnen Winterkleider und Decken, und mit den vor Ort eingekauften Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente.
Es war eine einmalige Zeit voller Leid, Not und Trauer, dennoch konnten wir etwas Hoffnung, Freude und Zuversicht vermitteln.

Related Post