TELE 1 Beitrag «Hilfseinsatz von ARAMAIC RELIEF International in Beirut, Libanon»

Im Rahmen unseres Nothilfe-Einsatzes in Beirut bauen wir, gemeinsam mit unseren lokalen Partnern, humanitäre Hilfsprojekte für die Opfer der gigantischen Explosion vom 4. August auf und koordinieren Renovationsprojekte für zerstörte Wohnungen.
Das Ausmass der Schäden ist verheerend. Während die Menschen im Libanon bereits unter einer schweren Finanzkrise und der COVID-19-Pandemie leiden, kommt nun eine weitere Katastrophe auf sie zu. Tausende wurden verletzt und über 300’000 Menschen wurden obdachlos. Die allgemeine Lage im Libanon ist sehr angespannt, die Armut und Verzweiflung der Menschen ist nicht zu übersehen. In den letzten Tagen führten wir detaillierte Beurteilungen der humanitären Situation durch und starteten bereits mit den ersten Verteilungen. Als Schweizer Hilfswerk ARAMAIC RELIEF International leisten wir seit 2013 humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und armutsbetroffene Menschen im Libanon, Syrien, Irak, Jordanien, Uganda und Südsudan.

Zum Beitrag: https://www.tele1.ch/nachrichten/hilfe-fuer-beirut-aus-baar-138853095

 

«Die Menschen haben das Gefühl, die Welt habe sie vergessen»

«Die Menschen haben das Gefühl, die Welt habe sie vergessen»

Martin Thuma, der als Vermögensverwalter in Pfäffikon arbeitet, reiste als Vorstandsmitglied des Hilfswerks Aramaic Relief nach Syrien. Die Menschen leiden dort unter den Folgen des Krieges und den Sanktionen. Und doch gibt es kleine Lichtblicke.

Es ist wie surreal», sagt Martin
Thuma. Zehn Tage lang
weilte er in Syrien und besuchte
in Homs, Aleppo
und Latakia Hilfsprojekte
von Aramaic Relief. «Die Spuren des
Krieges sind allgegenwärtig, die Zerstörung
apokalyptisch», sagt Martin Thuma.
Vielerorts werde aufgeräumt und
aufgebaut, aber viele Menschen haben
alles verloren und leben zum Teil in
komplett zerstörten Häusern.
Was treibt einen 40-jährigen Mann,
der mit seiner Frau und der neunjährigen
Tochter in Wädenswil lebt und
als Vermögensverwalter einen guten
Job in Pfäffikon hat, ins kriegsversehrte
Syrien? «Es hätte anders kommen
können», sagt Martin Thuma, der in
der Schweiz geboren und aufgewachsen
ist. Seine Eltern sind Aramäer, lebten
in der Südosttürkei. Weil Aramäer
dort unterdrückt wurden, kamen
Thumas Eltern Ende der 70er-Jahre
in die Schweiz. «Ich bin extrem dankbar,
in der Schweiz zu leben. Es ist pures
Glück, meine Eltern hätten damals
auch nach Syrien gehen können.» Als
vor acht Jahren, nach Beginn des Krieges
in Syrien, ein Freund, Severiyos Aydin,
das Hilfswerk Aramaic Relief gründete
und Martin Thuma fragte, ob er
im Vorstand mitarbeiten wolle, zögerte
er nicht lange.

Hier weiterlesen: 25.9.asz 9

«Die Zerstörung ist apokalyptisch» 20MIN.CH

Die Aramaic Relief Hilfsorganisation ist von ihrem humanitären Einsatz in Syrien zurück. Der Flawiler Arsel Thuma (41) spricht über seine Eindrücke.

Erst vor einer Woche ist das 4-köpfige Team der Aramaic Relief Hilfsorganisation von einem humanitären Einsatz in Syrien zurückgekehrt. Es besuchte während zwei Wochen Homs, Aleppo und Latakia. Das Team führte dort diverse Lagebeurteilungen durch, begutachtete laufende Projekte und koordinierte weitere Hilfs- und Entwicklungsprojekte für Kriegsopfer. «Viele Gebiete sind inzwischen befreit, doch die Spuren des Krieges sind allgegenwärtig, die Zerstörung ist apokalyptisch», so Arsel Thuma, Botschafter der Aramaic Relief.

Die Schwerpunkte des Einsatzes der Aramaic Relief waren die Eröffnung eines Trauma-Heilungszentrums in Aleppo und die Eröffnung eines Bildungszentrums in Latakia. Zudem realisierte das Team ein Waisenkinder-Projekt und lancierte ein neues «Hilfe zur Selbsthilfe» – Programm für den Aufbau von 50 Kleinunternehmen in Homs und Aleppo. «Wir haben uns mit den Betroffenen an einen Tisch gesetzt und gemeinsam Lösungen ausgearbeitet», so Thuma weiter. Die Opfer des Krieges hätten Vorstellungen und Ideen, wie sie ihre Heimat und die Wirtschaft wider aufbauen wollen, jedoch würden ihnen die finanziellen Mittel dafür fehlen.

«Ganze Häuserblocks sind zerbombt»

«Mich begeistert, dass die Leute trotz den Missständen vor Ort sehr zuvorkommend waren.» Traurig hingegen: «Man hat uns oft gesagt, dass wir die einzige Hilfe seien, die sie überhaupt bekommen», sagt der Flawiler. Für das Team eine traurige Tatsache, denn es scheine für Leute vor Ort, die Welt habe die zerstörten Gebiete vergessen. «Ganze Häuserblocks sind zerbombt und die Armut konnte man überall spürbar miterleben.» Für den 41-Jährigen war das ein Schockmoment, denn aus dem wohlbehüteten Leben der Schweiz in ein derart zerstörtes Gebiet zu kommen öffne einem die Augen. «Man lernt zu schätzen, was man hat und es nicht als selbstverständlich wahrzunehmen, dass wir in der Schweiz diesen Komfort geniessen dürfen.»

Arsel Thuma weiss, wovon er spricht. Er ist zwar in Flawil aufgewachsen, es hätte aber auch anders sein können. «Ich kam im Alter von acht Monaten in die Schweiz. Wir sind Aramäer und unser Volk hat kein eigenes Land.» Die Familie sei Syrisch Orthodox. Seine Eltern lebten als religiöse Minderheit in der Südtürkei und hätten sich dann für ein sicheres Leben in der Schweiz entschieden.

Die persönliche Motivation für Hilfseinsätze ist mit der Zeit gewachsen, erklärt Thuma: «Ich wollte mithelfen, am Anfang mit Spenden, aber jetzt, nach meinem ersten Einsatz ist für mich klar, dass ich bei weiteren Einsätzen dabei sein werde», so Thuma weiter.

https://www.20min.ch/schweiz/ostschweiz/story/-Die-Zerstoerung-ist-apokalyptisch–14263973?fbclid=IwAR3gqdAkvmI-zsq3kMiGijUrH2qwGsaMIXUcIfhxLWiQb8Mt3OFrxLjF36Q

Über Berge – die Ohnmacht besiegen – FENSTER ZUM SONNTAG, Reportage

Über Berge – die Ohnmacht besiegen – FENSTER ZUM SONNTAG Magazin, ALPHAVISION, SRF

2015 bestimmte die Flüchtlingskrise die Schlagzeilen. Heute wird kaum noch berichtet, obwohl weiterhin tausende Menschen in Lagern in Griechenland und im Nahen Osten unter furchtbaren Bedingungen festsitzen. Aline Baumann trifft zwei Menschen, die vor Ort waren und Hilfe leisteten.

Severiyos Aydin aus Zug arbeitet im Rohstoffhandel, als der Bürgerkrieg in Syrien 2011 ausbricht. Er stammt aus einer christlich-aramäischen Familie aus der Türkei. Bestürzt hört er die Berichte über Gräueltaten an Aramäern und anderen Minderheiten in Syrien. Auch wenn er in der sicheren Schweiz aufgewachsen ist, kann er nicht einfach zuschauen, wie Menschen aus seinem Volk vom IS aus ihrer Heimat vertrieben und umgebracht werden. 2013 gründet er das Hilfswerk «Aramaic Relief». Mehrmals reist er in das Kriegsgebiet, um direkt vor Ort zu helfen.

Inzwischen gilt der IS offiziell als besiegt. Viele Menschen sind in ihre Häuser zurückgekehrt, doch das bedeutet nicht das Ende der Gefahr. Die Terroristen haben in der Bevölkerung zahlreiche Unterstützer und der Krieg in Syrien nimmt kein Ende. Aline Baumann spricht mit Severiyos über seine Eindrücke, die aktuelle Situation und wie das Hilfswerk heute arbeitet.

Zudem spricht Aline mit Janine Maccio. Janine ist mit ihrer Familie mehrmals nach Griechenland gereist, um dort in den Flüchtlingslagern zu helfen. Sie berichtet von untragbaren Zuständen, aber auch berührenden Begegnungen.

Quelle: https://www.sonntag.ch/sendungen-a-z/alle-sendungen/ueber-berge-%e2%80%93-die-ohnmacht-besiegen/

—————————————————–
Unterstützen Sie unsere humanitären Hilfsprojekte mit einer Spende:

Bankkontonr.: 60-771959-6
IBAN: CH81 0900 0000 6077 1959 6
Bank: PostFinance, Bern
BIC: POFICHBEXXX

EINSATZ FÜR KRIEGSOPFER Tele 1 Nachrichten vom Dienstag, 29.05.2018

[cs_video column_size=“1/1″ video_url=“https://www.youtube.com/watch?v=hQ6W13lgkwA&t=2s“ video_width=“500″ video_height=“250″][/cs_video]

 

EINSATZ FÜR KRIEGSOPFER Tele 1 Nachrichten vom Dienstag, 29.05.2018

Dokumentarfilm „VERGESSENE KRIEGSOPFER“

Die Doku gibt Einblick in die letzten 5 Jahre unserer humanitären Arbeit in Syrien, Irak, Jordanien, Libanon, Uganda und im Südsudan. Sie zeigt Höhen und Tiefen, bewegende Geschichten und glückliche Momente.

Möchten Sie unseren Dokumentarfilm in Ihrer Umgebung zeigen?
Gerne kommen wir vorbei. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme: info@aramaicrelief.com

Ein Baarer engagiert sich für christliche Minderheiten – Zuger Presse

Ein Baarer engagiert sich für christliche Minderheiten
Mit ARAMAIC RELIEF International leistet Severiyos seit fünf Jahren humanitäre Hilfe. Er unterstützt Menschen im Kriegsgebiet, wo es sonst nur wenige tun.
«Es wurde viel zu lange weggeschaut und nichts getan», erklärt Severiyos Aydin die Gründe, weshalb er im Januar 2013 die Organisation Aramaic Relief International ins Leben gerufen hat. Das Hilfswerk unterstützt verfolgte Minderheiten und Menschen in Not in den Krisengebieten in und um Syrien, im Nordirak und im Südsudan (siehe Box). «Christen und Jesiden hatten es in Flüchtlingscamps besonders schwer und wurden oft unterdrückt», erklärt Aydin. Vor fünf Jahren habe er Hilfsorganisationen auf die verfolgten Minderheiten aufmerksam machen wollen – vergeblich. «Mit ‹Aramaic Relief› haben wir in fünf Jahren viel erreicht», so Aydin stolz.

Lebensmitteltransporte, Schulen und Pflegeheime

Bis heute habe man bereits 180 000 Menschen mit Hilfeleistungen erreichen können. «Wir kaufen in sicheren Gebieten Lebensmittel, Hygieneartikel oder Medikamente für die Not leidenden Menschen ein und bringen sie via Kontaktleute in die Gefahrenzonen», erklärt Severiyos Aydin. Rund 200 Hilfsaktionen habe es bereits gegeben. Ebenfalls hat das Hilfswerk bereits fünf Kleidertransporte aus der Schweiz nach Syrien und in den Nordirak durchgeführt. Eines ist dem Baarer mit aramäischen Wurzeln dabei besonders wichtig: «Wir fliegen keine Schweizer Teams ein, sondern helfen vor Ort mit den bestehenden Ressourcen.» So hat man in Zusammenarbeit mit der Syrisch-Orthodoxen Kirchengemeinde von Meskeneh in Syrien im August 2017 eine Schule für 200 Kinder und Jugendliche eröffnen können. Ebenfalls wurde zur selben Zeit in Aleppo ein Bildungszentrum für 150 Personen eröffnet, und im Nordirak wird seit drei Jahren ein Kindergarten unterstützt. «Vor einem Monat konnten wir zudem ein Pflegezentrum für 50 Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung eröffnen», erklärt Aydin, der selber alle zwei bis drei Monate ins Krisengebiet reist. Dies sei oft mit einem hohen Risiko verbunden, denn Entführungen und Angriffe sind in den Gebieten an der Tagesordnung. «Wir arbeiten jedoch mit vertrauenswürdigen lokalen Partnern zusammen und können inzwischen auf mehr Unterstützung von Hilfsorganisationen vertrauen als früher», so Aydin. Das grösste Problem sei nach wie vor die Armut.

Spender können sehen, wo Hilfsgüter eingesetzt werden

Aktuell engagiert sich das Hilfswerk für die Häuserrenovationen von zurückgekehrten Familien und unterstützt rund 600 Studenten in Homs und Aleppo mit Stipendien. «Aramaic Relief» finanziert sich durch Spenden und Gönnerbeiträge. «Spenden werden zu 100 Prozent im Krisengebiet eingesetzt, während mit Gönnerbeiträgen Spesen und Kosten gedeckt werden», erklärt der Baarer. Auf Social Media können die Spender mitverfolgen, wo genau die Hilfsgüter eingesetzt werden. Zudem werden Facebook und Twitter verwendet, um auf die unterdrückten Minderheiten aufmerksam zu machen. Mit Reden im EU-Parlament, vor der Schweizergarde in Rom sowie beim Weltkongress im Washington bringt Severiyos Aydin die Thematik auf die politische Ebene. «Es braucht den Dialog», ist er überzeugt. Von Laura Sibold

DIE REALITÄT IST KEIN FILM 05.02.2018 Zuger Zeitung

DIE REALITÄT IST KEIN FILM
ZUG ⋅ Die Hilfsgesellschaft ARAMAIC RELIEF International hat im Burgbachsaal das 5-Jahr-Jubiläum gefeiert. Im Sinne der Nächstenliebe hilft sie Minderheiten und den Ärmsten in Kriegsgebieten. Das wurde anschaulich gezeigt.

Es herrscht eine gespenstige Stimmung: Steinbrocken eingestürzter Häuser liegen in den Strassen. Es ist wie in einem Kriegsfilm – mit dem Unterschied, dass es diesen Ort gibt und er nicht einem inszenierten Bühnenbild entstammt.

Severiyos (32), der Gründer des Hilfswerks Aramaic Relief International aus Baar, befindet sich auf einer Strasse, irgendwo in Aleppo. Sein Blick und seine Gesten lassen erahnen, wie es sich anfühlt, an solch einem Ort zu stehen, ohne Worte zu finden. Seine Begleiter hielten die bewegenden Momente mit der Kamera fest. Am Samstagabend wurde der selber produzierte Dokumentarfilm im Burgbachsaal Zug gezeigt. Rund 100 Leute folgten der Einladung zur Feier anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Hilfswerks.

Severiyos Aydin entstammt einer christlichen, aramäischen Minderheit aus einer Region der Südosttürkei. Mit dem Kriegsbeginn in Syrien im 2011 musste er feststellen, dass sich fast niemand um die verfolgten Minderheiten kümmerte: «Ich wollte helfen, hatte jedoch keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet», erinnerte er sich. 2013 gründete er die genannte Hilfsorganisation, die heute aus sechs Vorstandsmitgliedern besteht. «Wir helfen dort, wo die Not am grössten ist. Unsere Organisation hat keinen grossen Verwaltungsapparat. Wir sind transparent. Die Spender und Gönner können verfolgen, wo die Hilfe und somit ihr Geld eingesetzt wird», erklärt der Gründer.

Das Erfolgskonzept besteht in der Hilfe vor Ort. Severiyos Aydin und sein Team verfügen inzwischen über ein grosses Netzwerk. «Wenn ich in die Kriegsregion reise, übernachte ich nicht in Hotels, sondern bei Leuten vor Ort.» Der 32-Jährige muss viel aushalten und verarbeiten können. Durch die Nähe zu diesen Menschen, erfährt er deren Schicksale, vernimmt schlimmste Tragödien. «Ich kann das verarbeiten, indem ich helfe.»

Die sozialen Medien nutzen
Aydin ist stolz und dankbar, mit seiner Hilfsorganisation rund 180000 Menschen in den Krisengebieten in Syrien und im Nordirak erreicht zu haben. Das Konzept konnte die Hilfsgesellschaft inzwischen auch im Südsudan anwenden. Ein Meilenstein für ihn waren die Rede vor dem Europäischen Parlament und der Besuch bei der Schweizergarde in Rom. «Um auf die geplanten Aktionen aufmerksam zu machen, greifen wir auf soziale Medien zurück», erklärte der Baarer.

Aktuell werden Notbedürftige mit Grundnahrungsmitteln und mit warmen Decken versorgt. Wohnungen werden renoviert und Seelsorger für die traumatisierten Kinder organisiert. Der Gründer berichtete: «Die Lebenserwartung der Menschen, insbesondere der Kinder, hat stark abgenommen. Eine ansonsten harmlose Krankheit kann bereits zum Tod führen.» Die Hilfe besteht darum auch in der Beschaffung von Medikamenten oder der Bezahlung von dringenden Operationen.

Im Dokumentarfilm wurden auch schöne Momente festgehalten. Eine Aktion zeigte Kinder, die in Superheldenkostümen kranken Kindern Süssig­keiten verteilen. Lachende und tanzende Kinder waren zu sehen. «Trotz den Widrigkeiten haben die Menschen vor Ort die Freude und das Lachen nicht verloren», berichtet Aydin. Ein Grund mehr für ihn und die weiteren Mitglieder des Hilfswerks, mit ihrer Arbeit weiterzumachen: «Das war erst der Anfang», sagt er.